Aus der Praxis

Vier Wege. Ein Muster.

Typische Verläufe aus dem Coaching — anonymisiert und in Details verändert. Alter und Beruf dienen der Einordnung.

PräsentationsangstFührung4 Sitzungen

Führungskraft, 41, Industrie

Ausgangslage
Vor jedem Vorstands-Meeting Herzrasen, schwitzige Hände, zweimal Blackout mitten im Satz. Fachlich top, aber der Ruf „kann nicht präsentieren" gefährdete die nächste Beförderung.
Vorgehen
Sitzung 1: Struktur der Angst analysiert — ein inneres Bild des Vorstands als „Tribunal", groß und nah. Submodalitäten verändert. Sitzung 2–3: Ruhe-Anker aufgebaut und mit dem Moment „Aufstehen zum Vortrag" verknüpft; alte Erfahrung aus der Schulzeit per Change of History neu bewertet. Sitzung 4: Probelauf mit realer Präsentation, Feinjustierung.
Ergebnis
Nächstes Vorstands-Meeting: freie Rede, ruhige Stimme, ein Rückfrage-Dialog ohne Blackout. Sechs Monate später: Beförderung, regelmäßige Präsentationen ohne Angst-Vorbereitung.
PerfektionismusSelbstständig6 Sitzungen

Grafikdesignerin, 34, selbstständig

Ausgangslage
Projekte wurden immer wieder überarbeitet, Abgaben verschoben, Kundinnen vertröstet. Abends Grübelschleifen über Details, die niemand bemerkt hätte. Der Umsatz stagnierte, weil keine Kapazität für neue Aufträge frei wurde.
Vorgehen
Glaubenssatz identifiziert: „Wenn es nicht perfekt ist, bin ich nichts wert." Ursprung über Timeline-Arbeit gefunden und neu bewertet. Wu-Wei-Transformation für den inneren Kampf zwischen „fertig werden" und „noch verbessern". Neue Regel verankert: „Gut genug für den Zweck" mit klarem Abgabekriterium.
Ergebnis
Ein seit vier Monaten offenes Projekt ging zwei Tage nach Sitzung 4 raus. Das abendliche Grübeln laut eigenem Protokoll von täglich auf etwa einmal pro Woche reduziert. Zwei neue Aufträge angenommen.
Trading-PsychologieImpulskontrolle5 Sitzungen

Trader, 38, nebenberuflich

Ausgangslage
Regelwerk vorhanden, Backtest profitabel — im Live-Konto trotzdem Verluste. Nach zwei Verlusttrades: Rache-Trades ohne Setup, Positionsgröße verdoppelt, Stopp verschoben. Danach Scham, Selbstvorwürfe, tagelang keine Trades.
Vorgehen
Zuerst die Körperreaktion auf einen Verlust identifiziert — Druck in der Brust, Hitze — und einen Ruhe-Anker darauf gesetzt. Glaubenssatz „Ein Verlust heißt, ich habe versagt" durch Timeline-Arbeit entkräftet und durch „Ein Verlust ist eine Betriebsausgabe" ersetzt. Wu-Wei für den Impuls „sofort zurückholen". Abschließend die eigenen Handelsregeln als Zustand verankert, nicht nur als Liste.
Ergebnis
Nach eigener Auswertung über acht Wochen: kein einziger Trade außerhalb des Regelwerks, Positionsgröße konstant, Verluste akzeptiert ohne Nachfassen. Die Strategie zeigte erstmals live das Ergebnis aus dem Backtest.
UmbruchEntscheidung3 Sitzungen

Angestellte, 46, öffentlicher Dienst

Ausgangslage
Angebot für eine Stelle in einer anderen Stadt, gleichzeitig Trennung nach 15 Jahren Beziehung. Seit Monaten Hin und Her, Listen mit Vor- und Nachteilen, Rat von allen Seiten — keine Entscheidung. Schlafprobleme, Gefühl von Stillstand.
Vorgehen
Aufstellungsarbeit mit den inneren Anteilen „Sicherheit", „Neuanfang" und „Loyalität zur alten Beziehung". Sichtbar wurde: Die Blockade war nicht die Jobfrage, sondern das Gefühl, mit dem Umzug die Beziehung endgültig aufzugeben. Diesen Anteil gewürdigt und integriert. Danach Zielearbeit mit der Walt-Disney-Strategie.
Ergebnis
Entscheidung für die neue Stelle am Ende der dritten Sitzung, ohne Zweifel-Rückfall in den Wochen danach. Konkreter Umzugsplan mit Terminen. Rückmeldung nach drei Monaten: „Ich schlafe wieder durch."

Ergebnisse sind individuell und hängen von Thema, Mitarbeit und Ausgangslage ab. Die Beispiele zeigen typische Verläufe, keine Garantie.

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